Archiv des Autors: b-kreutzer

Am Seestall

TK 25 „Seestall“ 1959/Bayern Viewer

 

Der „Seestall“ bezeichnete ursprünglich das Gebiet westlich des Bahnhofes, begrenzt von den Gleisen der Bahn im Osten, der Glonn im Norden und der Münchner Straße im Westen. Die heutige Straßenbezeichnung „Am Seestall“ liegt im etwas später ausgewiesenen größeren Bebauungsgebiet Ortsmitte Nord.

Durch die Tallage, vielleicht auch durch Erdbewegungen beim Gleisbau oder früheren Kies- oder Tuffabbau, war in dieser Fläche schon immer nach dem Winter oder bei starkem Regen Wasser gestanden, möglicherweise auch daher der Name“ Seestall“, manchmal auch „Seestadl“.

Der Seestall ca. 1964. Zwischen Münchner Straßee und Glonn ging´s mit dem Schlitten bergab bis fast zu den Gleisen.

 

Heute kann man es sich kaum noch vorstellen,  aber vor der Bebauung war dort eine beliebte Schlittenabfahrt, die parallel zur Münchner Strasse vor den Gleisanlagen endete.

Direkt an der Glonn sieht man ein eingewachsenes Grundstück, dort stand das Bienenhaus von Johann Eichmeier, Bürgermeister von Glonn von 1946-1960;

 

 

 

1966 wurde das Gelände entlang der Münchner Straße eingeebnet und die Firma Steinbeisser zog mit der Werkstatt aus der Lena Christ Straße in eine neu erbaute Halle um. Die Zufahrt erfolgte über die Münchner Straße, im Osten war ja noch Zugverkehr. Erst als die Gleise abgebaut wurden und die Gemeinde das Gelände von der Bahn erwarb, konnte man über eine neue Nutzung des Geländes nachdenken. Im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofplatzes zum Busbahnhof wurde 1982/1983 auch die Bahnhofstraße gebaut, deren Einmündung in die Münchner Strasse nun auch die Kreuzung Münchner Straße/Kastenseeoner Straße entlastete.

1976: stillgelegter Bahnhof und neue Steinbeisser Halle Foto: Laszlo Schwarzenberger/ArchivMarktGlonn

1981 gab es dann bereits einen ersten Entwurf zur Bebauungsplanung für den „Seestall“.
Auf dem 7500 qm großen Gelände sollten 3 Gewerbebauten und 4 Wohnhäuser entstehen.
Niemand hatte allerdings damit gerechnet, dass sich der Tümpel, der dort bestand, zum Biotop gewandelt hatte. Nachdem viele Jahre lang vor allem Kinder das Gelände zum Spielen nutzten, andere dort wohl auch ihren Müll und ihr Altöl entsorgten, hatten sich, wie die Naturschutzbehörde 1984 feststellte, dort 6 verschiedene Amphibiensorten und eine Reptilienart angesiedelt, die den Bebauungsabsichten im Wege standen.

Der Seestall ca.1974                                                       Foto: Leonhard Huber/ArchivMarktGlonn

Dieser Tümpel war womöglich erst durch die Aufschüttungen Ende der 60er Jahre in der Mitte des Geländes entstanden. Als die Firma Steinbeißer dann auf dem geebneten Gelände ihre Werkstätte erbaute, ca. 1970, verschoben sich die Wasseransammlungen immer mehr Richtung Norden, Richtung Glonnufer und es entstand der Tümpel, um den es im Bebauungsplan 1981 ging.

Während damals das Landratsamt von einem schützenswerten Biotop ausging, nannten es bauwillige Anwohner und Gemeinderäte eher einen dreckige Schlammpfütze.

Beide Meinungen hatten wohl ihre Berechtigung – es hausten dort unzählige Frösche deren Gequake, wie sich manche Glonner noch erinnern, bis nach Glonn zu hören war, einträchtig neben entsorgten Altölfässern und Scherben an die sich andere, die das Gelände damals als „Abenteuerspielplatz“ nutzten,  ebenfalls erinnern.

1987; Foto: ArchivMarktGlonn/Luftbildverlag Bertram

Und so wurde es 1987 bis der Bebauungsplan nach langwierigen Verhandlungen mit dem Landratsamt, der Unteren Naturschutzbehörde, den Bauwilligen und dem Gemeinderat genehmigt wurde. Anfangs hatte man noch überlegt, den Tümpel auf die andere Seite der Glonn zu verlegen, aber dann einigte man sich, das Grundstück mit dem Tümpel unbebaut zu lassen. Vor allem der Besitzer des „Kaufhaus Dichtl“, drängte auf einen zügigen Baubeginn. Er führte sein Geschäft übergangsweise im Mädchenschulhaus, da das Haus, in dem er vorher sein Geschäft hatte, das „Kesslerhaus“, in der Wolfgang – Wagner Straße, durch einen Brand im Dachstuhl nicht mehr nutzbar war.

Das Gewerbegebiet „Seestall“, heute Bahnhofstraße, im Jahr 2018 von der Münchner Straße aus.                     Foto: Leonhard Huber/ArchivMarktGlonn

Hier geht´s zur Bildergalerie

zurück zu Siedlungsbau

 

Das Bahnhofsgelände

Lageplan Bahnhofsgelände

Das Bahnhofsgebäude

Der letzte Schienenbus 1970

Foto:ArchivMarktGlonn/F.Hintermaier

 

 

 

 

 

Im Mai 1970 fuhr nach 76 Jahren Bahnverkehr zwischen Glonn und Grafing unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der letzte Schienenbus aus Glonn ab. In den Jahren danach montierte die Deutsche Bahn die Gleise ab und legte den Bahnhof still.

Die Glonner*innen waren nun auf den Busverkehr angewiesen, die Haltestellen waren noch überwiegend am Marktplatz.

Der Bahnhof verfiel zusehends. Immer wieder gab es Überlegungen zur Neugestaltung des Geländes, das allerdings noch im Besitz der Bundesbahn war. Schon 1976 berichtete die Ebersberger Neuesten Nachrichten auch über die Idee, auf der aufgelassenen Strecke einen Radweg einzurichten.

Foto: ArchivMarktGlonn/F.Hintermaier

Erst im Jahr 1979 konnte die Gemeinde das Bahnhofsgelände von der Bahn erwerben und plante nun einen Busbahnhof mit Wendeplatte und Parkplätzen. Die alten Bahnhofsgebäude, bis auf den Lokschuppen, wurden noch 1979 abgerissen, mit dem Bau des Busbahnhofes ging es aber noch nicht voran.
1980 lagen erste Pläne vor und die Gemeinde veranschlagte die Erschließung und Gestaltung des Geländes mit zunächst 700000,- im Haushalt.
Das war allerdings zu viel Geld für Glonns angespannte Haushaltslage, und die Aufnahme in ein Zuschussprogramm des Landes war noch nicht absehbar. Immerhin plante man schon einen Brunnen für das Gelände, und beauftragte dafür den Bildhauer Blasius Gerg – ausgeführt wurde dieser dann 1988.
Auf der Bürgerversammlung 1981 wurde wiederholt der Ausbau eines neuen Busbahnhofes und Parkplatzes auf dem Gelände gefordert, vor allem der immer mehr zunehmende Busverkehr sollte nun endlich weg vom Marktplatz.
Doch auch 1982 heißt es noch in der Ebersberger Zeitung: „In Glonn fehlt Geld für den Schandfleck Bahnhofsplatz“.

Zeitungschronik ArchivMarktGlonn 1982

Die Lage änderte sich, als 1982 Finanzminister Streibl in Glonn zu Besuch war und die baldige Aufnahme in das Förderprogramm sowie einen zusätzlichen Zuschuß der Regierung zum Bauvorhaben in Aussicht stellt. Die Bauarbeiten starteten noch im selben Jahr und wurden dann auch 1983 abgeschlossen.
1984 wird der alte Lokschuppen unter Denkmalschutz gestellt.  Er wird dann nicht, wie geplant, abgerissen, sondern privat verkauft und zum Wohnhaus umgebaut.

Kurz vor der Fertigstellung                                                      Zeitungschronik ArchivMarktGlonn 1983

 

 

 

 

 

Der Neuwirt in Glonn

Artikel von Hans Obermair/ veröffentlicht am 22.4. in der Ebersberger Zeitung/Lokalteil
ergänzt mit Bildern aus dem Archiv Markt Glonn

Abschied von einem Stück Ge­schichte

Glonner „Neuwirt“ wird gerade abgerissen – Ein Haus, das viel erlebt und viel zu erzählen hat.

Abriss Neuwirt April 2022

Häuser stehen nicht nur auf einem Grundstück oder einer Flur­nummer, sondern auch auf dem Boden ihrer Geschichte. Wenn ein Haus abgerissen und neu gebaut wird, wird die Geschichte übernommen.

Eigentlich hat die Geschichte des Glonner „Neuwirt“ im Mühltal begonnen. Die heute „Christlmühle“ genannte Mühle stand nämlich früher im Mühl­tal. Wegen eines Streits wurde diese Mühle um 1560 an die jetzige Stelle verlegt. Wohl der Obereigentümer, das Kloster Ebersberg, ließ die Glonn entsprechend verlegen. Irgendwann vor 1671 wurde der Mühle das „Kuchlmayranwesen“, auch im Obereigentum des Klosters, zugeordnet, wohl als Sitz der Mühlen-Landwirtschaft, zugeschlagen. Auf diesem Grund­stück stand das Anwesen, in dem 1862 der „Neuwirt“ eröffnet wurde, in dem die Kollerbuben Karl, Josef und Wolfgang geboren wurden, und das seit 1971 Parkplatz war.

Das alte „Gendameriehaus“. Hier eröffnete Sebastian Schlickenrieder 1862 den „Neuwirt“

Die „Untereigentümer“ der Christlmühle nannte man anfangs einfach „Christlmiller“. Ab etwa 1700 wurde der Familienname genannt: Wild, Dötsch und ab 1777 Schlickenrieder. Anton Schlickenrieder war es dann, der über die „Bauernbefreiung“ volles Eigentum erhielt. Sohn Sebastian wollte die Erfolgsgeschichte der Familie fortsetzen und eröffnete 1862 in Haus Nummer 37, dem landwirtschaftlichen Anwesen der Mühle, die zwei­te Glonner Gaststätte, den „Neuwirt“. Ein rund fünfjähriger Streit ging mit den Behörden und dem „Platzhirsch“, dem Glonner „Postwirt“ Wagner, voraus. Damals war bei einer Gewerbeeröffnung auch die „Bedürfnisfrage“ zu klären. Wagner, der ja hohe öffentliche Ämter inne hatte, konnte durch seinen Einfluss und seine Argumente einen Bedarf jahrelang vereiteln. Es muss aber doch, wohl wegen der Praktiken des Wagner und auch wegen der fünf Glonner Brannweinschänken, einen „echten“ Bedarf gegeben ha­ben, sonst hätte der Kandidat für den Gemeindevorsteher (Bürgermeister) Bonifaz Gruber nicht als Wahlversprechen ausgegeben, wenn er die Wahl gewinne, werde es in Glonn einen zweiten Wirt geben.

Dass es im Grunde damit auch dem „übermächtigen“ Wagner „gezeigt“ werden sollte, beweist, dass das etwa 1864 fertig gestellte neue Gebäude des „Neuwirt“ für damalige Verhältnisse für die bauliche Umgebung zu wuchtig und für den Bedarf völlig überdimensioniert war. Das Gebäude war nach der Kirche das zweithöchste und größte in Glonn; um ein Stock­werk höher als die „Post“, wenn es auch von Gesamtgrundfläche kleiner war. Aber von weitem sichtbar, natürlich auch von der „Post“aus.

Dass der Repräsentationswunsch des Schlickenrieder bei weitem den ech­ten Bedarf übertraf, steht fest. Fazit: Auch die Schlickenrieder wollten es dem Wagner „zeigen“, zumal Glonn, wenn auch Pfarr- und Gemeindemit­telpunkt, ein mehr oder weniger bedeutender Ort war. Hätte es nicht die vier Jahrmärkte gegeben, hätte Glonn überregional keine Rolle gespielt Die Bahn gab es erst 30 Jahre später. Kaufmännische gesehen war dieser „Prunkbau“ also eine Fehlkalkulation. Das beweist auch, dass 1876 wohl der Hauptbetrieb die Christlmühle mit Mühle, Säge und Branntweinbren­nerei, verkauft werden musste. Käufer war der Adlinger Johann-Baptist Beham, der von 1881 bis 1887 Glonns Bürgermeister war. Er war auch Bau­meister und Planfertiger. Viele Glonner Gebäude stammen aus seiner Hand.

Sebastian Schlickenrieder konnte also nur mehr seinen „Neuwirt“ mit dem alten Anwesen nebenan 1885 an Sohn Josef übergeben. Im gleichen Jahr heiratet dieser Theres Schuster, eine Bäckerstochter aus Großhelfendorf. Sicher mit einiger „Mitgift“, aber die wird nicht ausgereicht haben, sonst hätte er nicht 1890 an das Ehepaar Josef und Magdalena Mayer verkauft. Für Magdalena war Josef der dritte Mann, zwei waren schon jung verstor­ben. Beide waren auf dem „Metzgeranwesen“ und betrieben dort die Jahr­hunderte alte Metzgerei. Das „Metzgeranwesen“ behielt man. Mitgenom­men wurde nur die Metzgerei, die man erst einbauen musste. Aber auch die fünf Kinder des Paares und zwei aus zweiter Ehe bekamen mit dem Kauf ein neues Zuhause. Weitere drei Kinder sind im „Neuwirt geboren.

Vor dem Neuwirt: 2.v.r.: Josef Mayer; 2.v.l.: Magdalena Mayer ca. 1905

Die Glonner Dichterin Lena Christ, als gegenüber dem Neuwirt 1881 gebo­renes „Hansschuasta-Lenei“, hätte über die Schlickenrieders und die May­ers mehr erzählen können. Alles was sie in ihren Romanen und Erzählun­gen über das Wirtshausleben zum Besten gibt, wenn auch manchmal un­ter anderen Namen, hat sie beim Nachbar Neuwirt mitbekommen. Und so hat sie auch, nach vielen Schicksalsschlägen, einige ihrer Landaufenthalte beim „Neuwirt“ verbracht.

Josef Mayer war ein tüchtiger Wirt und Metzger und auch dem Modernen aufgeschlossen. Dafür spricht ein Inserat, dass der Wirt schon 1898, das Jahr in dem Glonn die Elektrizität erhielt, zu einem Gartenkonzert mit elek­trischer Beleuchtung einlud. Sein 1890 geborener Sohn Ludwig schreibt, der Vater habe mit seiner Gitarre die Gäste beim Gesang begleitet. Wo­möglich habe er vom Vater die Musikbegabung. Der „Neuwirt“ war in Glonn bis zuletzt die Herberge der Sänger und Musiker. Diesem Umstand habe er auch zu verdanken, dass er als Sechsjähriger beim „Faßrainer“, dem Musikmeister, das Violinspiel erlernen durfte. Mit 13 kam ein Blasin­strument dazu. Das all war die Basis, dass Ludwig schon mit 18 zur Militär­musik genommen wurde. Musiker war sein Lebensziel. Doch das Schicksal wollte es anders: Der Tod des Vaters 1914 ließ ihn zum „Neuwirt“ werden, denn der ältere Bruder Markus (Max), der gelernte Metzger, wollte daheim nicht übernehmen. Der Max übernahm lieber das Metzgeranwesen. Für Glonn eigentlich ein Glücksfall. Ludwig diente so zeitlebens der Glonner Musi: Blasmusik, Kirchenmusik, Salonorchester, Chöre. Zwischen den Krie­gen und nach dem Zweiten kamen viele gute Musiker zum Neuwirt, schlie­ßlich hatte er auch eine Metzgerei.

Von 1929 bis 1933 war Ludwig Mayer Glonns Bürgermeister. Der Rathaus­bau und das Wappen fallen in seine Zeit. Wegen der Naziherrschaft muss­te er „gehen“. Kein Wunder, dass er das Risiko auf sich nahm, in den Drei­ßigerjahren den Juden Baum mit Familie zu beherbergen. Dass sein Haus von Glonner Nazis mit „Judenwirt“ betitelt wurde, dürfte ihn nicht beson­ders berührt haben. Schließlich waren Onkel und Bruder seiner Frau Ma­ria, geb. Winhart, mit der er 1921 die Ehe einging, Priester. Dazu passt auch, dass ihn die einmarschierten „Amis“ 1945 wieder als Bürgermeister haben wollte. Mayer lehnte ab.

Von den vier Kindern, Maria, Ludwig, Martha und Mathilde übernahm Mar­tha Wirtschaft und Metzgerei. Ihr Gatte Xaver Kronthaler war ein guter Metzgermeister und ein guter Wirt. Er hatte es mit diesem in die Jahre ge­kommenen großen Haus nicht leicht. Er und seine Frau hielten nicht nur das Haus gut in Schuss, sondern vergrößerten 1971 um den Lena-Christ- Stüberl-Anbau. Von den drei Kindern Franz, Angelika und Hermine über­nehmen Franz mit seiner Frau Angelika die Metzgerei und Angelika mit Ehemann Robert die Wirtschaft. 2001 wurde die Wirtschaft dann geschlos­sen. Die Metzgerei wurde noch weitergeführt. Die Gasträume mietete die Marktgemeinde Glonn, um hauptsächlich den großen Saal für diverse Ver­anstaltungen anbieten zu können.

Im neuen Anbau das „Lena Christ Stüberl“ , 1971

Die neue Zeit mir ihren betriebswirtschaftlich Vorgaben lässt als Möglich­keit eigentlich nur mehr den Abriss und den Neubau dieses großen Hau­ses sinnvoll erscheinen. Diese Zäsur lenkt natürlich den Blick zurück an dieses Haus und die dienstbaren Geister, die dieses Haus nicht nur am Le­ben hielten, sondern auch belebten, als Mittelpunkt der Glonner Kultur und Gastlichkeit. Wer denkt da nicht gerne zurück an die „Sali“ (Salome) die ihr ganzes Leben zum „Dienen“ auf dem Haus blieb, die, manchmal eingeschlafen den letzten Gast abwartete, bis es dem „recht“ war.

Die Neuwirtstür – auch im neuen Gebäude wird sie zu finden sein.

Bildergalerie Johann Wäsler

Johann Wäsler, Schmied um 1910

Johann Wäsler in seiner Schmiede, Feldkirchener Straße 6, kurz vor oder nach dem 1.Weltkrieg

Johann Wäsler Schmied 1949

Johann Wäsler (1882-1960) 1949

Johann Wäsler und sein Vater Georg Wäsler (1848-1914) vor ihrem Wohnhaus um 1910

Bildergalerie „Am Schmiedberg“

Die ersten 4 Doppelhäuser am Heckenweg im Jahr 1976 Foto: Archiv Markt Glonn/L.Schwarzenberge

Der unbebaute Schmiedberg 1970 Foto: Archiv Markt Glonn/Luftbildverlag Bertram

Johann Wäsler Schmied 1949

Der Schmied Johann Wäsler (1882-1960), 1949; nach ihm wurde der „Schmiedberg benannt.      Foto: Archiv Markt Glonn/Maria Sedlmaier 

Johann Wäsler, Schmied um 1910

Johann Wäsler bei der Arbeit in seiner Schmiede in der Feldkirchener Straße, um 1910                                                           Foto: Archiv Markt Glonn/Sammlung Kulturverein

Anwesen des Schmieds Johann Wäsler vor dem Abriss 1966

Das  Wohnhaus der 300 Jahre alten Glonner Hammerschmiede, vor dem Abriss 1966 Foto:Archiv Markt Glonn/Ebersberger Zeitung/Kastner

Alte Schmiede vorm Abriss

Die alte  Hammerschmiede in der Feldkirchener Straße vor dem Abriss 1966 Foto:Archiv Markt Glonn/Ebersberger Zeitung/Kastner

Vater Georg Wäsler (1848-1914) und Sohn Johann Wäsler(1882-1960) vor ihrem Wohnhaus in der Feldkirchener Straße, um 1910 Foto: Archiv Markt Glonn

Postkarte Feldkirchener Straße von Süden; links Seidl Hof, rechts Killi Haus, rechts dahinter der unbebaute „Schmiedberg“; um 1910 Foto: Archiv Markt Glonn/Sammlung Kulturverein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Schmiedberg

Der unbebaute „Schmiedberg“ 1970, darunter die „Kupferbach-Siedlung“, dahinbter die Neubauten des „Kugelfelds“                          Foto: Archiv Markt Glonn/Luftbildverlag Bertram

Postkarte: Feldkirchener Straße von Süden; rechts das Killin Haus und daneben/dahinter der (erst später so genannte) Schmiedberg. Foto: Archiv Markt Glonn/Sammlung Kulturverein

Schon 1963 findet sich eine erste Planung für Baugrundstücke am Heckenweg, spätestens 1968 erreichten die Bauwünsche für Grundstücke im Gelände zwischen Heckenweg und Kupferbachsiedlung, das damals noch Baugebiet „Hecken“ oder „Wäsler“ genannt wurde, den Gemeinderat. Die Bennenung „Am Schmiedberg“, beschloß der Gemeinderat in seiner Sitzung am 21.10.1974, nach dem Schmied Johann Wäsler, dessen Schmiede und Wohnhaus bis zum Abriss 1966 gegenüber an der Feldkirchener Straße 6+8 standen; dort entstand dann ein Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnungen. (Artikel der Ebersberger Zeitung 4.2.1966)
Das Landratsamt stand diesen Bauwünschen nicht ablehnend gegenüber, verlangte aber einen Bebauungsplan. Nach einem ersten Entwurf wurde schnell klar, dass hier Verhandlungen mit Grundbesitzern vorhergehen müssten, um zu verhindern, dass durch geschaffene Bautatsachen andere Grundbesitzer am späteren Bauen gehindert werden könnten. Diese Verhandlungen konnten nicht befriedigend geführt werden, 1969 wurde daher nur ein Straßenführungsplan aufgestellt und ein Teilbebauungsplan für ein einzelnes Grundstück genehmigt.

Ab 1972 verhandelte die Gemeinde wieder den Bebauungswusch der Wohnbaugesellschaft „Bauen und Wohnen“ auf einem Grundstück unterhalb des bestehenden Hofes  8 DHH herzustellen,  was die Gemeinde zurückstellte, solange nicht die Verhandlungen mit allen anderen Besitzern geführt seien.
1974 erhielt die Wohnbaugesellschaft dann die Genehmigung diese 4 Doppelhäuser zu erstellen.

Weil es weitere Bebauungswünsche gab, wurde nach langwierigen Verhandlungen u.a. über Grundstückstausch  und Straßenabtretungen. Ende 1975 wird erneut ein Bebauungsplan vorgelegt, zu dem es zunächst  von verschiedenen Seiten Einwände gab.
Einige Auflagen konnte die Gemeinde nachbessern, u.a. ein Lärmschutzgutachten, sodass sich die erneute Vorlage des Bebauungsplanes bis August 1976 verzögerte.

Als man sich fast am Ziel wähnte, muss der am 13.12.1976  der Bürgermeister im Gemeinderat berichten, dass das Wasserwirtschaftsamt nun wegen eines vorliegenden Gutachtens doch große Bedenken habe wegen der „unzulänglichen Wasserversorgung“ und der „ungeklärten Abwassersituation“.

Der Gemeinderat bittet die Verwaltung und das Ing. Büro Renner das Wasserwirtschaftsamt zu einer nochmaligen Überprüfung zu bewegen – doch am 3.4.ergeht die endgültige Ablehnung. Grund ist die, aus Sicht des WWA, zu 61% überlastete Kläranlage.

Die Gemeinde ist mit diesem Gutachten und dem daraus faktisch resultierenden Baustopp nicht einverstanden und gibt ein eigenes Gutachten in Auftrag, das später zu einem deutlich  anderen Ergebnis führt; was aber an der Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes und der versagten Genehmigung zunächst einmal nichts ändert.

In den nächsten Jahren ist Glonn mit der Modernisierung von Wasserversorgung, Hochbehälterbau  und Kläranlage beschäftigt, ebenso wird die VG geschaffen, das Rathaus umgebaut, das Schulhaus zum zweiten Male erweitert, und der dritte Bürgermeister in der Geschichte des „Schmiedbergs“ gewählt. Auch soll ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt werden, der breit diskutiert wird.

1980 beschließt die Gemeinde, einen neuen Bebauungsplan in Auftrag zu geben. Kurz vorm „Ziel“, 1982, empfiehlt die Behörde überaschenderweise, das ganze Baugebiet umzuplanen und zu vergrößern, was die Gemeinde dann doch deutlich ablehnt. Das WWA äußert hingegen wiederholt ernste Bedenken, was die Kläranlage betrifft – allerdings kommt nun ein Gegen-Gutachten der Gemeinde zum Schluss, dass die Kläranlage ausreichend dimensioniert sei.

Der Bebauungsplan wird am 27.7.1983 genehmigt, 20 Jahre nach den allerersten Planungen.

„Am Schmiedberg“ 1991
Foto: Archiv Markt Glonn/L.Huber

Bildergalerie zum Zoomen

zurück