Archiv des Autors: b-kreutzer

Bilder Wetterling-Haslach-Forellenstraße

Alle Bilder: Gemeindearchiv Glonn/Luftbildverlag Betram
Bild 1: Ausschnitt Wetterling 1967
Bild 2: Ausschnitt Forellenstraße 1967
Bild 3: Glonn 1965 von Süden über Hecken
Bild 4: Ausschnitt aus Glonn 1965
Bild 5: Glonn 1961 von Nord-Ost über Zinneberg
Bild 6: Ausschnitt aus Glonn 1961

Wetterling – Haslach – Forellenstraße

Um 1960 war die Einwohnerzahl auf etwa 2880 gesunken – Flüchtlinge waren weitergezogen, dorthin, wo es Arbeit und Wohnung gab, Evakuierte konnten in ihre Wohnungen zurück – doch die Wohnungsnot, bzw. die Enge in den vorhandenen Wohnungen war immer noch groß. In den Vormerklisten für Wohnungssuchende in Glonn finden sich 1959 noch immer 47 Familien, mit insgesamt 156 Personen, darunter 47 Kinder unter 14, die eine Wohnung suchen, weil ihre Unterkunft nur behelfsmäßig, befristet, kalt, feucht, ohne Bad und für Familien zumeist viel zu klein ist. Nicht wenige leben schon seit einigen Jahren mit ihren Kindern in einem einzigen Zimmer ohne Bad und eigene Küche. 1961 sind es zwar nur  noch 44 Familien, aber immer noch 150 Personen, darunter 45 Kinder unter 14.

Doch der einsetzende Wirtschaftsaufschwung ermöglichte andererseits manchem schon wieder den Traum von der großzügigen Villa im Grünen. Der Eichenweg in Haslach, die Siedlung in Wetterling und auch ein Teil der Forellenstraße stehen für diese Entwicklung. Zu diesem Zeitpunkt galt als Grundlage der Bebauung noch immer der Wirtschaftsplan von 1952, in dem diese gewünschten Bauvorhaben aber nicht vorgesehen waren. Da in allen drei Baugebieten einige Grundstücke wohl bereits verkauft waren und weil man wegen der Zersiedelung und der Abwassersituation wahrscheinlich Schwierigkeiten bei der Genehmigung befürchtete, gab die Gemeinde dem Drängen des Landratsamtes, sich zum Wohnsiedlungsgebiet zu erklären erst nach, als die Bebauungsfähigkeit der Grundstücke, vor allem die des abgelegenen Baugebietes in Haslach, geklärt war. 1960 erfolgte dann aber doch sehr schnell die Erklärung zum Wohnsiedlungsgebiet, womit dann auch in Zukunft Erschließung und Nachfolgelasten eindeutig gesetzlich geregelt waren. Auch der Wirtschaftsplan von 1952 wurde nicht mehr verlängert und nicht zuletzt im Zuge der neuen Flächennutzungsplanung wurde deutlich, dass ohne den Bau einer gemeindeweiten Kanalisation mit Kläranlage dem Wachstum enge Grenzen gesetzt waren und vom Landratsamt auch gesetzt wurden. So blieben diese drei Siedlungen für eine Weile die letzten größeren Wohnbebauungen– nun beschäftigte sich die Gemeinde ab 1961 vorrangig mit der Planung, dem Bau und der Finanzierung der Ortskanalisation und der Kläranlage, die 1965 eingeweiht wurde.

Wetterling 1967 Bild:Archiv/Luftbildverlag Bertram

Forellenstraße 1967; Bild: Archiv/Luftbildverlag Betram

In Wetterling standen bereits seit Ende der 30er Jahre im Schießstättenweg einige kleinere Häuser, eigentlich die erste “Siedlung” in Glonn. Die “Bayerische Bauernsiedlung” hatte aus dem Verkauf des Gutes Herrmannsdorf Grundstücke erworben und verkaufte diese Ende der 30er Jahre an bauwillige “Siedler” zur “Neubildung des deutschen Bauerntums”.

Der neue Bebauungsplan sah nun allerdings eine Hangbebauung mit “Villen“ in Aussichtslage vor, genauso wie am Eichenweg in Glonn und im hinteren Teil der Forellenstraße. Da alle drei Hanglagen nur locker bebaut werden sollten, um nicht allzu sehr das Landschaftsbild zu beeinträchtigen, ergaben sich große Grundstücke, die natürlich auch entsprechende Preise hatten. Die entstehenden Bauplätze, 18 in Haslach, 13 in Wetterling und 14 im hinteren Teil der Forellenstraße waren weniger eine Möglichkeit für kinderreiche Familien aus Glonn oder Vertriebene ohne Vermögen zum eigenen Haus zu kommen, sondern entsprachen unter anderem auch ein bisschen dem Wunsch der Gemeinde, die eigene Attraktivität als Kleinzentrum und  die Bedeutung als „gehobenem“ ländlichem Wohnort vor den Toren Münchens zu stärken und so fanden sich unter den Bauwilligen auch viele besser situierte Akademiker z. B. aus München, die hier noch vergleichsweise günstig bauen konnten.

Zur Bildergalerie zum Zoomen

 

zurück

Geppertsiedlung und Quellenstraße – Bilder

Bild 1: Die Quellenstrasse um 1960, im Vordergrund die heutige Münchner Strasse vor dem Ausbau noch ohne Bebauung rechts und links.
Bild 2: Mühl- und Keltenweg; oberhalb verläuft die Feldkirchner Straße, vor dem Ausbau, östlich davon noch keine Bebauung – Waldrand;
Bild 3: Luftbild von Osten mit Blick auf die Quellenstraße; im Vordergrund Lena Christ-Straße; über Gleise und Lokschuppen;

„Geppertsiedlung“ und „Mühlthal“

In den Jahren 1957 und 1958 wurden zwei weitere Siedlungen mit jeweils 13 Baugrundstücken genehmigt:

Die Siedlung an Mühl- und Keltenweg westlich der Feldkirchner Straße, die bis zur Straßenbenennung von 1959 nach einem der beteiligten Grundbesitzer „Geppert-Siedlung“ hieß und die Siedlung auf einem Grundstück der Elektrogenossenschaft Frauenreuth im Mühlthal, die heutige Quellenstraße.

Beide Siedlungen waren im Wirtschaftsplan von 1952 nicht verzeichnet oder geplant. Da die Gemeinde sich immer noch nicht zum “Wohnsiedlungsgebiet” erklärt hatte, auch wenn das Landratsamt jedes Jahr deutlicher darauf drängte, konnten diese relativ kleinen und relativ weit außerhalb der bestehenden Bebauung liegenden Siedlungen genehmigt werden. Die Erklärung zum “Wohnsiedlungsgebiet” hätte die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans mit nur daraus abzuleitenden Bebauungsgebieten zur Folge gehabt und der Spielraum der Gemeinde, Bauland auszuweisen, wäre geringer gewesen.

Als Einwand gegen die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes galt der Gemeinde, dass die hohen Kosten der Planung nicht aufgebracht werden könnten – der unbedingt nötige Schulhausneubau im Jahre 1957 hatte die Finanzen der Gemeinde tatsächlich sehr erschöpft –   aber auch damit, dass viele Grundstücke schon  längst verkauft seien und man den Bauwilligen nicht zumuten könne noch länger zu warten oder gar Gefahr zu laufen, dass ihr Grundstück plötzlich nicht mehr in den Grenzen eines gültigen Bebauungsplanes liege.

Dies traf auf jedenfall auf die Grundstücke der Quellenstraße zu, die schon in den Jahren 1954 bis 1955 von der Elektrogenossenschaft Frauenreuth an Bauwillige verkauft worden waren. Damals betrug der Kaufpreis – aufgrund der Preisbindung für Grundstücke –  2 DM, auf den die Käufer noch einen freiwilligen Betrag von 3 DM zahlten, um ungefähr an den damals ortsüblichen Preis von 7-8 DM heranzukommen.

Die Einfahrt zur Quellenstraße war bei Baubeginn über den Balkhamer Weg hin geplant, die heutige Ein- und Ausfahrt war vor dem Ausbau der St 2079 nur ein schmaler Feldweg. Dieser Weg über Balkham wurde aber nie benutzt, zum einen weil er nicht ausgebaut werden konnte, da Grundstücke bereits verkauft waren, zum anderen weil er in “noch schlechterem Zustand” war als die Ausfahrt auf die Staatsstraße. Während das Straßenbauamt lang auf einen Ausbau des Balkhamer Weges drängte, da er Grundlage des Baugebietsausweisung gewesen sei, hielt die Gemeinde dagegen, dass Grundstücke nicht vorhanden, Kosten zu hoch und die Akzeptanz dieses Weges bei den Bewohnern der Quellenstraße nicht vorhanden wäre.

Erst  im Jahr 1965 einigte man sich pragmatisch und veränderte die Verkehrsführung und Beschilderung, um die Gefährlichkeit der Ausfahrt zu verringern.

 

 

Andere, im Wirtschaftsplan von 1952 geplanten Siedlungsgebiete, wie zum Beispiel das sehr große Areal am Hang oberhalb der Kastenseestraße konnten nicht realisiert werden, weil Besitzer zum Teil gar kein Interesse am Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Grundstücke hatten, oder weil das Landratsamt schwerwiegende Bedenken wegen Wasserversorgung und Kanalisation hatte. So nutzte die Gemeinde für den dringend benötigten Wohnungsbau gerne die Angebote einzelner Grundstückbesitzer, zumal wenn sie sich so bereitwillig zu Übernahme von Straßenbau und Erschließungskosten verpflichten ließen, wie die Grundbesitzer Wilhelm Geppert und Josef Seidl.

“Geppertsiedlung” ca.1960                                                   Quellenstraße ca.1960      Bilder: F.Hintermaier/Archiv

Alle Bilder zum Zoomen

zurück

Am Kupferbach

“Lanzenberger Siedlung“ – Am Kupferbach

In einem ersten, 1952 aufgestellten, Wirtschaftsplan waren die Flächen zwischen Moosacher und Zinneberger Straße, ein Teil des „Bäckerberges“ gegenüber, einige Flächen innerorts, der heutige „Postanger“, Flächen entlang des Grottenweges und eine große Siedlungsfläche auf dem sog. Wäslerfeld am Hang oberhalb von Grottenweg und Kastenseestraße und eine Fläche westlich des Klosterwegs als zukünftige Bebauungsgebiete angedacht.

Bebauungsplanung 1952

Diese Planung entsprach allerdings offensichtlich nicht der Realität, da viele der Grundbesitzer diese landwirtschaftlich genutzten Flächen gar nicht verkaufen wollten, während andererseits an anderen Stellen große Flächen zum Verkauf angeboten wurden. Ziele des Wirtschaftsplanes waren zuallererst: „Baugebiete für den sozialen Wohnungsbau, d.h. zur Behebung der Wohnungsnot auszuweisen“, aber andererseits „Gebiete in bevorzugter landschaftlicher Lage für die Errichtung von Landhäusern zu finden“  sowie „Flächen zu finden, auf denen zusätzliche Gewerbebetriebe errichtet werden können, damit einerseits die Arbeitslosigkeit behoben werden kann und andererseits die große Zahl der Auspendler herabgesetzt wird“. Da die Gemeinde sich erst 1960 als Wohnsiedlungsgebiet erklärte, hatte sie bei der Ausweisung von Baugebieten relativ viel Spielraum und war nicht so stark an die Vorgaben einer Planung gebunden.
Noch war auch das Problem der Abwasserbeseitigung nicht drängend, die gesetzlichen Vorgaben erlaubten immer noch eine Ableitung der Abwässer nach Klärung in eigener Faulgrube o.ä. in die Glonn, bzw. Kupferbach. Erst ab 1960 begann das Landratsamt Bauplanungen mit der Auflage einer geordneten Abwassserentsorgung zu verknüpfen und auch die Planung einer zentralen Abwasserbeseititung mit Kläranlage wurde immer deutlicher angemahnt.

Von 1956 bis Anfang 1961 wurden so genehmigt und erschlossen die „Lanzenberger Siedlung, „Die Quellenstraße“ (Siedlung Mühlthal), die sogenannte „Geppert Siedlung“ (Mühl- und Keltenweg), ein Teil der Forellenstraße , die Siedlung in Haslach und (Alt)-Wetterling. Die erste in dieser Reihe war die damals so genannte „Lanzenberger Siedlung“, heute „Am Kupferbach“.

Kupferbach Siedlung von Haslacher Strasse aus Fotos:Hintermaier/Archiv Glonn                                       zur Bildergalerie

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Gemeinderat am 28.6.1956  befürwortete die Gemeinde den Antrag des Grundstückbesitzers August Lanzenberger auf Ausweisung und Erschließung eines Baugebietes auf Flurnummer 266. Hier sollten 16 bis 20 neue Häuser entstehen, bereits am 10.12.1956 wurde der Bebauungsplan genehmigt und die Gemeindeverordnung zur Bebauung stand im Feb 1957. Als Straßennamen wurde am 12.6.1957 der Name „Am Kupferbach“ bestimmt. Der (mutmaßlich) erste Bauantrag für Hausnummer 1 wurde im Juli 1957 gestellt.

 

zurück